Jahresübersicht Museen: Ausstellungen 2020

Hier geben wir einen Überblick für das Jahr 2020: Welche Ausstellungen sind in den städtischen Museen geplant? Und welche Schwerpunkte wird es in den einzelnen Häusern geben? Antworten darauf und Links zu den Museen finden Sie hier.

Stadtmuseum Oldenburg

Kult! Angesagte Orte in Oldenburg

bis 1. März 2020
Mit „Kult“ verbinden wir – jenseits der ursprünglich religiösen Bedeutung – Orte, Objekte oder Ereignisse, die Emotionen wecken. Gleich ob Diskothek, Bratwurst-Bude, Grünfläche oder Sportstätte – mit „Kultorten“ sind Erinnerungen verknüpft, die zu einem wesentlichen Teil der eigenen Identität gehören und die nicht selten in der Gemeinschaft geteilt werden. Was sind für Oldenburgerinnen und Oldenburger „kultige“ Plätze, Räume und Treffpunkte, die sie mit der Stadt, in der sie leben, besonders verbinden? Und was sagt das über die Identität der Stadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner aus?

Die Ausstellung wirft einen Blick auf die Entstehung erster kultiger Anlaufstellen bis hin zu heutigen Kultorten in der Stadt. Der Sound dieser Orte, vielfältiges Bildmaterial, Objekte und Interview-Ausschnitte machen es möglich, ganz verschiedenen Kultorten und ihren Geschichten nachzuspüren und sich aktiv am Thema zu beteiligen.

75 Jahre Kriegsende

7. Mai bis 2. August 2020
In Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Oldenburg präsentiert das Stadtmuseum Oldenburg die Sonderausstellung „75 Jahre Kriegsende. Erinnerungskultur in Oldenburg“: Während der Zweite Weltkrieg offiziell am 8. Mai 1945 mit der Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde in Berlin beendet wurde, endete der Krieg in Oldenburg bereits einige Tage zuvor. Am 3. Mai 1945 besetzten kanadische Truppen die Stadt Oldenburg. Die Einnahme erfolgte kampflos. Eine „Verteidigung“ und eine damit verbundene hohe Anzahl an Opfern blieb der Stadt in Anbetracht der unvermeidbaren Niederlage des NS-Regimes erspart. Oldenburg blieb weitestgehend unzerstört.
Den Jahrestag des Kriegsendes nimmt das Stadtmuseum zum Anlass, die Ereignisse dieser Tage vor 75 Jahren zu dokumentieren und gleichzeitig den Wandel der Erinnerungskultur bis heute nachzuzeichnen. Anhand verschiedener Archiv-Dokumente geht die Ausstellung der Frage nach, wie in der Vergangenheit an das Kriegsende erinnert wurde, welche Rolle die Erinnerung für die kollektive Identität spielte, und inwiefern sich die Gedenkkultur gewandelt hat.

Entdeckt, bewundert, aufgehoben – vom Sammeln und Zeigen

bis 27. September 2020
Was haben ein Krug, ein Luftbefeuchter und ein Massagegerät gemeinsam? Sie sind aus den verschiedensten Gründen Teil des Museums und damit weit mehr als ein ungleiches Trio. Am Beispiel dieser und weiterer Objekte gibt die Ausstellung Einblicke in die Museumsarbeit. In Stationen aufgeteilt, benennt sie die klassischen Aufgabenbereiche eines Museums – Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen, Vermitteln – und gewährt neue Perspektiven auf die Sammlung.

So werden Objekte gezeigt, deren Herkunft unbekannt ist, die eine spannende Geschichte erzählen oder die noch nie ausgestellt wurden. Gleichzeitig werden im Dialog mit den Gästen Lücken in der Sammlung benannt und Herausforderungen der Herkunftsforschung transparent gemacht. Das Rahmenprogramm bietet Besucherinnen und Besuchern außerdem die Möglichkeit, die Ausstellung mit eigenen Objekten und persönlichen Geschichten zu erweitern.

Förderpreis Keramik im Pulverturm – Jinhwi Lee – Farbfall

5. Juli bis 30. August 2020
Im mittelalterlichen Pulverturm am Schlosswall ist im Sommer die Ausstellung „Farbfall“ von Jinhwi Lee, dem diesjährigen Preisträger des Förderpreises Keramik im Pulverturm zu erleben. Der 1983 geborene Künstler von der Muthesius Kunsthochschule Kiel lässt sich von den Farben der Natur inspirieren, die ihm im Wald, auf Blumenwiesen oder Teichen begegnen. Seine Objekte reflektieren in besonderer Weise das Licht auf den Oberflächen: Unzählige kleine Glasurstücke sind zu nuancenreichen Farbwelten verschmolzen, die ein faszinierendes Wechselspiel von rhythmischen Naturimpressionen entfalten.

Nicht nur Jahres- und Tageszeiten wie Frühling, Sommer oder Sonnenaufgänge werden im malerischen „Farbfall“ der keramischen Plastiken und Wandobjekte spürbar. Jinhwi Lee macht auch die mythische Figur des Ikarus auf feinsinnige Weise neu erlebbar: Durch eine Acrylscheibe können die Betrachter in das untere Gewölbe des Pulverturms blicken, wo der vom Himmel gefallene Flügelheld versunken in einem sonnengelben Scherbenmeer ruht.

Stephan Meyer-Bergfeld: Analog 66 – Oldenburger Portraits

11. Oktober bis 6. Dezember 2020
Für die Ausstellung „Analog 66“ hat der in Oldenburg lebende Fotograf Stephan Meyer-Bergfeld 100 Personen porträtiert, deren Biografien eng mit der Stadt Oldenburg verknüpft sind. Die großformatigen Aufnahmen sind analoge Schwarz-Weiß-Fotografien, die Meyer-Bergfeld mit der legendären Hasselblad-Kamera 500 C aus dem Jahr 1966 angefertigt hat. Präsentiert werden Persönlichkeiten, die das kulturelle Leben in Oldenburg auf besondere Art prägen, aber auch viele unbekannte Gesichter, die auf ihre ganz persönliche Weise das Stadtbild bereichern.

Die Fotografien von Stephan Meyer-Bergfeld zeichnen sich durch ein großes Einfühlungsvermögen und dem gelungenen Zusammenspiel von Pose, Licht und Technik aus. Ein besonderes Porträt zeigt Dr. Ummo Francksen, der sich für das Kulturleben in Oldenburg über Jahrzehnte engagiert hat und der Großneffe des Stadtmuseumsgründers Theodor Francksen ist.

Hier geht es zur Website des Stadtmuseums »

Edith-Russ-Haus für Medienkunst

Possessed Landscapes

30. Januar bis 14. Juni 2020
In dieser internationalen Gruppenausstellung geht es um die künstlerische Darstellung von Landschaft – allerdings nicht als Ort der Erholung, als Allegorie oder als Platzhalterin für erhabene Schönheit. „Possessed Landscapes“ kann man mit „Besessene Landschaft“, aber auch mit „Landschaft im Besitz“ übersetzen. Der Titel verweist sowohl auf indigene Vorstellungen, nach denen das Land von Vorfahren bewohnt wird, als auch auf deren Verdrängung durch eine industrielle Inbesitznahme von Land. Diese erzeugt neue Landschaften der Gier, die einen dystopischen Ausblick auf die Zukunft unseres Planeten geben. Mit Viktor Brim, Tanja Engelberts, Rachel O'Reilly, Zina Saro-Wiwa und Zhou Tao.

Soloausstellung Taus Makhacheva

9. Juli bis 4. Oktober 2020
Das Edith-Russ-Haus zeigt die erste Übersichts-Soloausstellung von Taus Makhacheva in Deutschland, einer Moskauer Künstlerin mit sowjetisch-dagestanischen Wurzeln. Sie arbeitet mit vielen Medien, einschließlich Installation, Fotographie, Video und Performance. Ihre Arbeiten untersuchen Momente, in denen sich sehr verschiedene Kulturen und Traditionen begegnen. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ihre erstaunliche Verkörperung als Super Taus, in der die Künstlerin im unscheinbaren Kostüm einer dagestanischen Landfrau alle gesellschaftlichen Probleme mit Leichtigkeit aus dem Weg räumt. Taus Makhachevas scheinbar einfache und klare Metaphern beinhalten immer einen komplexen kulturellen und historischen Kontext, der sich im Prozess der Wahrnehmung von Schicht zu Schicht entfaltet.

Mario Pfeifer: Zelle 5 – 800° Celsius

29. Oktober 2020 bis 3. Januar 2021
In der großen Ausstellungshalle präsentiert der Stipendiat der Stiftung Niedersachsen am Edith-Russ-Haus eine neu entwickelte Zweikanal-Videoinstallation, die die Geschichte von Oury Jalloh untersucht. Der sierra-leonische Flüchtling verbrennt 2005 in der Arrestzelle 5 des Polizeireviers Dessau-Roßlau. Mehrere Brandgutachten offenbaren widersprüchliche Thesen von Anklage, Verteidigung und Staatsanwaltschaft. Die Installation inszeniert diese Gutachten und lässt Protagonistinnen und Protagonisten des Falls aus Politik, Justiz und Bürgerrechtsbewegung zu Wort kommen. Moderiert von Jörg Hartmann wird das Filmstudio zu einem Ort der Beweisaufnahme und der Reflektion werden.

Hier lesen Sie mehr über das Edith-Russ-Haus »

Horst-Janssen-Museum

Neue Dauerausstellung über Leben und Werk: Was Sie schon immer über und von Janssen wissen wollten

Eröffnung: 15. März 2020.
Um den Besucherinnen und Besuchern einen anregenden und leichten Einstieg in das Leben und Werk von Horst Janssen zu ermöglichen, wird im März 2020 auf der ersten Ebene des Museums eine neu entwickelte, interaktiv gestaltete Dauerausstellung eröffnet. In vier Themeninseln können sich die Museumsgäste mit Janssens spannendem Lebensweg, seinen zeichnerischen und druckgrafischen Verfahren sowie seiner Wortkunst vertraut machen. Filme, Hands-on-Stationen, eine Zeichenwerkstatt und Hörstationen machen Janssens Leben sinnlich erfahrbar

Veränderte Sichten: Horst Janssen und die Architektur

2. Juni bis 13. September 2020
Schon als Student zeichnet Horst Janssen Architekturen und Häuser als Bestandsaufnahme seiner Umgebung. Später dann experimentiert und spielt er in seinen Arbeiten sehr unterschiedlich mit der Darstellung architektonischer Strukturen: Mal werden Wand, Dach oder ganze Straßenzüge zum Thema seiner Holzschnitte, dann verbindet er in seinen Zeichnungen Alltagsdinge wie Sektkorken oder Radnaben mit landschaftlichen Strukturen und lässt diese so zu Türmen und Festungen werden. Nicht selten sogar wird die dargestellte Architektur bei Janssen zur Bühne, oftmals zum Schauplatz von Dramen.

Naked Drawings: Soloausstellung Dan Perjovschi

17. Juli bis 13. September 2020
Dan Perjovschi (geboren 1961) ist ein Zeichner, der international umtriebig ist (Biennale Venedig, MoMA New York, Ludwig Forum Aachen) und das Zeichnen zu einem persönlichen Lebensstil gemacht hat. Klassisch ausgebildet, beherrscht er das Handwerk von Grund auf, hat sich aber von der virtuosen Handzeichnung komplett verabschiedet, um seine Inhalte direkt und schnörkellos zu vermitteln. Er nimmt auf aktuelle gesellschaftspolitische Ereignisse Bezug und bringt seine Kommentare gerne direkt auf die Wand (Dortmunder U) oder gleich auf die Fassade auf (Horst-Janssen-Museum Oldenburg). „Urban“ oder „Naked Drawings“ nennt er seine Arbeiten, die mit ungeheuer gewitzten Sprachspielen und verblüffenden Pointen seine Sicht der Dinge auf den Punkt und auf die Linie bringen. Er wird in der zweiten Juniwoche vor Ort arbeiten und sich dabei von uns über die Schulter sehen lassen

Das kann nur Zeichnung! Werke von Beethoven bis Pinterest

4. Oktober 2020 bis 17. Januar 2021

Die Handzeichnung gerät wieder vermehrt in den Blick und zwar (auch) jenseits eines künstlerischen Ausdrucksmittels. Sie ist und war schon immer eine der wichtigsten Kulturtechniken des Menschen. Die zentrale Fragestellung und These dabei ist: Gibt es Phänomene, die nur innerhalb der (Hand-)Zeichnung vorstellbar und möglich sind? In acht Abteilungen, wie „Zeichnung kann konstruieren“, „Zeichnung kann erzählen“ oder „Zeichnung kann entlarven“, gehen wir dieser Frage nach. Ohne künstlerische Hierarchien sollen Architektur-Entwürfe von Friedensreich Hundertwasser neben modernen CAD-Drucken präsentiert werden, Selbstbefragungen von Paula Modersohn-Becker mit anonymen Selbstporträts von Internetplattformen wie pinterest in einen Dialog treten oder Zeichnungen aus dem Patentamt mit animierten Musikvideos kontrastieren.

Hier lesen Sie mehr über das Horst-Janssen-Museum »

Artothek Oldenburg

Artothek: Neue Werke zum Ausleihen

bis 7. Juni 2020
Die Artothek stellt die neu erworbenen Kunstwerke in einer Ausstellung vor. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf Werke von regionalen und international bekannten Künstlerinnen und Künstlern freuen: Malerei von Bettina Hauke, Mario Müller und Milena Tsochkova, Grafiken von Jörg Immendorff, Olav Christopher Jenssen, Edeltraut Rath, Daniel M. Thurau und Beat Zoderer, Fotografien von Arno Kollmann, Jonathan Monk, Barbara Probst und Volker Renner sowie eine Holzskulptur von Claus Wettermann. Bereits während der Ausstellung können die neuen Werke für die Ausleihe vorbestellt werden.